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Dem guten Zusammenspiel von THW und Feuerwehr ist es zu verdanken, dass ein Scheunenbrand
in Püttlingen nicht auf ein Wohnhaus übergriff.
Am 25. Oktober 2000 wird die Feuerwehr der Stadt Püttlingen
zu dem Brand eines Bauernhofes im Püttlinger Stadtteil Herchenbach gerufen.
Beim Eintreffen wird schnell klar, dass die Drehleiter der Püttlinger Wehr
nicht ausreicht, um diesen Großbrand, der vermutlich durch das Zündeln eines
Kindes verursacht worden ist, zu löschen. So werden die Drehleiter der
Riegelsberger Wehr und die Drehleiter mit Korb der Feuerwehr Völklingen sowie
der Atemschutz-Container der Berufsfeuerwehr Saarbrücken angefordert. Gegen 19
Uhr ist der Brand unter Kontrolle: Ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus
sowie einen weiteren in unmittelbarer Nähe befindlichen Heuschober kann
erfolgreich abgewehrt werden. Wegen der einsetzenden Dunkelheit wird der
Lichtmast-Kraftwagen des THW Ortsverbands (OV) Heusweiler/ Riegelsberg zur
Ausleuchtung der Einsatzstelle angefordert.
Besondere Probleme bereitet nun das Ablöschen und Entfernen des noch immer
glimmenden Heus und Strohs, dass sich immer wieder selbst entzündet. Wehrführer
und Einsatzleiter Raimund Folz entscheidet sich, den THW OV
Völklingen-Püttlingen anzufordern, um mit Hilfe des in der Fachgruppe Räumen
stationierten Geräts (BRmG) das in der Scheune befindliche Brandgut entfernen
zu können.
Nach Eintreffen des Ortsbeauftragten und des Gruppenführers der Fachgruppe
Günter Stock wird die Vorgehensweise mit dem Einsatzleiter abgestimmt.
Zunächst muss die mittlere Decke der Scheune, die aus Doppel-T-Trägern mit
aufgelegten Holzbohlen besteht, entfernt werden, um an die etwa 4000 gepressten
Heu- und Strohballen zu gelangen. Die Bohlen werden mit Bandschlingen
angeschlagen und mit dem Radlader nach vorne aus der Scheune herausgezogen.
Anschließend können die Träger der drei Meter hohen Decke entfernt und mit
der Räumung des mittleren Scheunenteils begonnen werden. Das glimmende Brandgut
wird mittels des BRmG aus der Scheune transportiert, auf den Kipper
verladen und zu einem etwa zwei Kilometer entfernten Waldparkplatz
transportiert, wo es die Feuerwehr ablöscht.
200 Atemluftflaschen
Durch die großen Mengen Löschwasser droht gegen 22 Uhr die
Kellerdecke der Scheune einzubrechen. Deshalb wird die erste Bergungsgruppe des
Technischen Zugs Völklingen-Püttlingen alarmiert, um mit den im OV gelagerten
Baustützen die Kellerdecke zu sichern, was auch innerhalb kürzester Zeit
gelingt. Die zweite Bergungsgruppe hat inzwischen die Ausleuchtung des
Waldparkplatzes übernommen.
In der Scheune treffen die Einsatzkräfte indessen nach dem Räumen des
mittleren Scheunenteils auf erneute Schwierigkeiten, da auf der Kellerdecke ca.
ein Meter hohe Mauern das Entfernen des Brandguts erschweren. Die Mauern werden
eingerissen, um danach mit dem Tiefenlöffel einen Großteil der Strohballen von
den beiden Decken zu entfernen. Der Rest des noch immer glimmenden Strohs wird
von Feuerwehrleuten und THW-Helfern von Hand mit Mistgabeln entfernt. Aufgrund
der großen Rauchentwicklung müssen alle Arbeiten an und in der Scheune unter
Atemschuz erfolgen. In der Atemschutz-Werkstatt der Feuerwehr Püttlingen werden während des Einsatzes
über 200 Atemluftflaschen gefüllt.
Am 26. Oktober wird ein weiterer Kipper zum Abtransport des Brandgutes
eingesetzt. Insgesamt werden über 100 LKW-Ladungen mit Brandgut verbracht. Eine
Püttlinger Dachdeckerfirma demontiert mit einem Autokran die Reste des
Dachgebälks der Scheune, dass mittlerweile die Einsatzkräfte gefährdete. Um 18
Uhr ist der Großeinsatz von THW und Feuerwehr beendet. Insgesamt waren 160
Einsatzkräfte vor Ort. Der OV Völklingen-Püttlingen leistete mit 26 Helfern
472 Einsatzstunden. Die Kooperation wurde seitens der Betroffenen, der
Nachbarschaft, des Bürgermeisters, vielen Mitgliedern des Stadtrates sowie von
den Einsatzkräften selbst als hervorragend und beispielhaft bezeichnet:
"Noch nie gab es im Köllertal einen gemeinsamen Einsatz von THW und
Feuerwehr in dieser Größenordnung, und trotzdem gab es eine gute
Zusammenarbeit zwischen den Helfern".
| eingesetzte Helfer : |
26 |
| Einsatzstunden : |
472 |
| eingesetzte Fahrzeuge : |
GKW1, GKW2, Kipper, MTW, MLW, Radlader |
| Sonstiges : |
Atemschutzausstattung |
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