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Helfer im Einsatz

Kaminsprengung in Bous: 3 - 2 - 1 - perfekt

Wieder einmal bekam die Fachgruppe Sprengen des Ortsverbandes einen alten Fabrikschornstein als Übungsobjekt zur Verfügung gestellt. Dieser befand sich auf dem Gelände einer ehemaligen Ölfabrik in Bous, dessen Besitzer vom Bauamt der Stadt Bous die Beseitigung des Kamins zur Auflage gemacht wurde.

Nach der ersten Besichtigung des Sprengberechtigten Helmut Scholl wurde die Beseitigung des Kamins durch das THW vereinbart. Im Rahmen der Ausbildungsveranstaltungen wurde der Kamin von den Helfern der Fachgruppe Sprengen vermessen, die Fallrichtung bestimmt und die Lademengenberechnung sowie dei Anzahl der Bohrlöcher und derren Tiefe bestimmt. Doch auch dieser Kamin besaß seinen besonderen Reiz: Im oberen Teil neigte sich die Spitze bedenklich etwas aus der vorgesehenen Fallrichtung, was reichlich Anlaß zu Spekulationen gab. Desweiteren gab der Allgemeinzustand des Kamins einigen Anlaß zur Sorge. So hatten sich einige Spannbänder im Laufe der Jahre gelockert bzw. war ein Spannband nicht mehr vorhanden. Deshalb mußten die Vorarbeiten unter erhöhter Vorsicht durchgeführt werden.

Nachdem die Theorie dann abgeschlossen war, wurden innerhalb von drei Ausbildungsveranstaltungen die Bohrlöcher mit dem Kernbohrgerät gebohrt, sowie die Fallschlitze mit dem elektrischen Aufbrechhammer hergestellt. Zum Schutz der am Objekt arbeitenden Helfer wurde aus Teilen des EGS (Einsatzgerüstsystems) eine Überdachung gebaut, um eventuell herabfallende Steine abzufangen. Während aller Arbeiten beobachtete ein Helfer die Spitze des Kamins, ob sie sich durch etwaige Erschütterungen bewegte. Die Fachgruppe Räumen errichtete das Fallbett und räumte diverse Paletten mit Baumaterialien aus der Fallrichtung.

Zwischenzeitlich kümmerte sich Helmut Scholl um alle Genehmigungen und Formalitäten. Nach einer Ortsbesichtigung durch den Verantwortlichen des Gewerbeaufsichtsamtes wurde dann grünes Licht für den Sprengtermin gegeben. Dieser war für Sonntag, den 13. Mai, angesetzt, da sich in unmittelbarer Nähe des Geländes ein ALDI Markt befindet. Von der Deutschen Bahn erhielt Helmut Scholl ein Zeitfenster zwischen 13:16 und 13:40 Uhr.

Donnerstags ging es dann in die heiße Phase. Helfer der Fachgruppe informierten die Anwohner über das anstehende Ereignis und erklärten Ihnen die Vorgehenweise am Tag der Sprengung. Dabei müssten alle Anwohner der angrenzenden Strasse Ihre Häuser verlassen und sich in die Sicherheitszonen begeben.

Samstags begannen die Abschlussarbeiten am Kamin selbst. Auf der Rückseite wurden Strohballen zur Dämmung angebracht und durch Bandgummimatten und Maschendraht gesichert. Am Abend trafen dann die eingeladenen Helfer aus Bitburg und Spiesen-Elversberg zum allseits beliebten Erfahrungsaustausch im Ortsverband ein.

Sonntag, 13.05.2007: Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es los zur Baustelle. Dort begutachteten die angereisten Sprengberechtigten das Objekt noch einmal und man begann mit dem Besetzen der Bohrlöcher. Als diese besetzt und verdämmt sind, wird auch dieser Teil mit Strohballen, Bandgummi und Maschdraht gesichert. Während all dieser Arbeiten beobachtete ein Sprengberechtigter das Zündkreisprüfgerät, um bei einer Unterbrechung gleich einschreiten zu können.

Pünktlich zum Mittagessen (Erbseneintopf mit Wurst aus der "Parkplatzküche") waren alle Vorarbeiten abgeschlossen, so das man sich entspannt der Mittagspause widmen konnte.

Um 13:00 wurde es dann langsam spannend. Die ausgewählten Helfer für den Absperrkreis nahmen ihre Positionen ein und die Anwohner wurden zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. Gegen 13:10 erhielt der verantwortliche Sprengberechtigte die Meldung; Sicherheit hergestellt. Daraufhin wurde das erste Sprengsignal gegeben. Um 13:16 passierte der letzte Zug die Bahnstrecke entlang des Geländes, so daß auch von Seiten der Deutschen Bahn grünes Licht gegeben wurde.

Ab dann verlief alles recht schnell. Das zweite Signal wurde gegeben, der Zündkreis ein letztes Mal überprüft, die Zünleitung an die Zündmaschine angeschlossen, aufgeladen und: 3 - 2 - 1 - Zündung.

Langsam neigt sich der Kamin in die vorgesehen Richtung, bricht nach halber Fallstrecke in der Mitte auseinander und zerschellt wie vorgesehen im Fallbett. Allen Spekulationen zum Trotz hält die "schiefe" Spitze bis zum Schluß und zerbricht planmäßig am Ende des Fallbett.

Als der Staub sich verzogen hatte, begutachteten die Sprengexperten das Ergebnis und gaben in Form des dritten Sprengsignales Entwarnung. Jetzt konnten sich auch die Anwohner und die angereisten Zuschauer das wohl sehr gelungene Ergebnis anschauen.

Ein herzlicher Dank geht an alle beteiligten Helfer für die im Vorfeld und am Sprengtag geleistete Arbeit.

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