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Kaminsprengung: Neunkircher Wahrzeichen fällt Samstag, 24.06.2006, 14:30: Mit einem dumpfen Knall und unter den Augen von ca. 300 Zuschauern neigt sich der Kamin der alten Ziegelei von Neunkirchen, bevor er im vorbereiteten Fallbett zerbricht. Unter Beifall gratulierten die angereisten Sprengberechtigten aus den Ortsverbänden Bitburg und Andernach ihrem Kollegen Helmut Scholl vom Ortsverband Völklingen-Püttlingen für diese perfekte Sprengung. Die Vorbereitungen für dieses Schauspiel begannen bereits 5 Wochen vorher. Nachdem der Ortsbeauftragte von Spiesen-Elversberg, Thomas Schmitt, die Anfrage an die Fachgruppe Sprengen des OV Völklingen-Püttlingen stellte, nahm man die Herausforderung an. Nach einer ersten Besichtigung, bei der die Abmessungen des Kamins ermittelt wurden, begannen die Berechnungen und der übliche Papierkrieg, der für ein solches Unternehmen von Nöten ist. Insgesamt 7 Anträge mussten innerhalb küzester Zeit erstellt und den entsprechenden Stellen zugestellt werden. An zwei Samstagen wurden dann die beiden Fallschlitze mit dem Presslufthammer der Fachgruppe Räumen ausgestemmt und die 13 Bohrlöcher mit dem Kernbohrgerät der Bergungsgruppe II gebohrt. Die auf dem Gelände tätige Baufirma bereitete zwischenzeitlich das Fallbett vor, in welches der Kamin dann fallen sollte Am Samstag, den 24.06., war es dann soweit. Mit Unterstützung der extra angereisten Sprengberechtigten aus verschiedenen Ortsverbänden aus Rheinland-Pfalz und Saarland wurden die Sprenglöcher mit Sprengstoff besetzt und mit nassen Zeitungen verdämmt. Die eigentliche Knochenarbeit an diesem Tag bestand darin, den Sprengbereich mit Strohballen (insgesamt 150 Stück) abzudämmen und mit Förderbandgummi abzuhängen. Diese beiden Maßnahmen sollten das Umherfliegen von Steinen verhindern. Mit einer kleinen Verzögerung von einer viertel Stunde sollte es dann losgehen. Durch einen kleinen Zwischenfall verzögerte sich die Sprengung jedoch nochmals um 15 Minuten. Eine Zuschauerin war auf Grund der heißen Temperaturen zusammengebrochen und musste notärztlich behandelt werden. Doch nach dieser Unterbrechung ging dann alles recht schnell: Sprengsignal geben, Zündmaschine anschließen, aufladen und Sprengung. Im Zuschauerbereich herrschte Totenstille, bis der letzte Zeuge der alten Zieglei sich langsam aber sicher in Richtung Fallbett neigte und dort in seine Einzelteile zerbrach. Nachdem sich die Sprengberechtigten vom ordnungsgemäßen Ablauf der Sprengung überzeugt hatten, konnte Entwarnung gegeben werden und die Zuschauer konnten sich die Überreste des Kamins ansehen.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Firma VSV Abbruch GmbH aus Neunkirchen Wellesweiler,
die uns diesen Kamin zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt und das Sprengteam bei der Vorbereitung tatkräftig unterstützt hat. Bericht Saarbrücker Zeitung (pdf)... |