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Helfer im Einsatz

Aktion Panzerknacker (oder wie kommt der Tresor aus dem Haus):

Ein Objekt der ganz besonderen Art diente als Übungsobjekt zur Ausbildung "Bewegen von Lasten". Dabei handelte es sich um einen 1.800 kg schweren Tresor, der in einem Büroraum einer ehemaligen ALDI-Filiale stand. Dieses Gebäude wurde von dem Chef eines Helferkameraden gekauft, der beim THW anfragen ließ, ob wir diesen Tresor rausschaffen könnten.

Nach einer Ortsbesichtigung durch den Zugführer und den Zugtruppführer stand fest: das wäre was für uns, das ist mal was anderes. Der Tresor stand in einer Ecke des Büroraumes ganz an der Wand. Dieser Raum war aber nur über zwei Stufen vom Hauptflur aus zu erreichen. Das Problem bestand also erstens darin, wie man so einen Klotz aus der Ecke schafft, und zweitens, wie kommt man die beiden Stufen zum Hauptflur herunter.

Nach langem Überlegen stand folgende Vorgehensweise fest: Der Tresor wird in der Ecke mittels Büffel, Brechstange und/oder Hebkissen soweit angehoben, das er mit Kanzhölzern unterbaut werden kann. Dann wird er mittels eines Handhubwagens (in Fachkreisen auch Eidechse oder Ameise genannt) aus dem Zimmer in den kurzen Flur transportiert. Die beiden Stufen werden mit Kantholz und Bohlen soweit überbaut, das ein befahrbares Podest im Hauptflur entsteht. Auf diesem Podest wird der Tresor abgesetzt. Den Teil des Flures, welcher zum Hinterausgang führt, wird mit alten Autoreifen ausgelegt, um die Fliesen zu schonen. Dann wird der Tresor mit einer Rundschlinge an die Seilwinde des GKW I angeschlagen und vom Podest auf die Reifenstapel im Flur gekippt und anschließend durch die Hintertür herausgezogen.

Soweit die Theorie, jetzt zu Praxis: Das Anheben des Tresor in der Ecke gestaltete sich relativ problemlos. Nachdem alle Geräte zum Heben von Lasten in den Raum geschafft waren (und es waren wirklich alle), wurde das Aufbocken letztendlich mit Brechstangen und Hebekissen bewerkstelligt. Das "Verladen" und der Transport mit der Eidechse  verlief soweit auch nach den Planungen, wobei der Tresor nur einmal um 90° gedreht werden musste, damit er durch die Tür passte. Mittlerweile war auch das Podest im Flur zusammengebaut, so das Tresor bis in den Hauptflur geschoben werden konnte. Leider konnte er dort nicht von der Eidechse gehoben werden, so das man beschloß, ihn von der Eidechse kippen zu lassen. Also Rundschlinge dran, Windenseil dran, Reifen auf den Boden, langsam anziehen, alle in Deckung und rumwerfen. Auch diese Aktion klappte besser als man gedacht hatte, vor allem, ohne bis dahin Schaden anzurichten. Das Herausziehen des Tresor aus dem Flur verlief fast reibungslos; der Tresor rutschte mit samt den Reifen über die Fliesen bis zur Hintertür, die geradeso mit vereinten Kräften passiert werden konnte. Lediglich eine kleine Wandecke wurde beschädigt, was aber nicht durch den Tresor hervorgerufen wurde, sondern von einem der Autoreifen, der sich dort verklemmt hatte.

Endlich draussen, wurde der Klotz noch auf Kanthölzer gelegt und das Material wieder verlastet. Diese gesamte Aktion hat nur etwas mehr als eine Stunde gedauert, worüber fast jeder erstaunt war. Doch letzendlich waren alle Beteiligten begeistert darüber, das in der Ausbildung gelernte mal am "Lebenden Objekt" anwenden zu dürfen.

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