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Helfer im Einsatz

Herbert Hecht mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Im Rahmen einer Feierstunde im Alten Rathaus in Völklingen wurde Herbert Hecht vom THW Ortsverband Völklingen-Püttlingen das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die Auszeichnung wurde vom saarländischen Innenminister, Herrn Stefan Toscani im Namen des Bundespräsidenten vorgenommen.

Neben dem Innenminister waren auch die Bürgermeister von Völklingen und Püttlingen, Herr Klaus Lorig und Herr Martin Speicher, der Landesbeauftragte des THW für den Länderverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Herr Werner Vogt sowie zahlreiche Helfer des Ortsverbandes anwesend.

Bei seiner Begrüßungsrede würdigte Bürgermeister Klaus Lorig das außergewöhliche Engagement von Herbert Hecht im Bereich der ehrenamtlichen und humanitären Hilfe nicht nur im Inland. In zahlreichen Auslandseinsätzen war Herbert Hecht als Einsatzleiter tätig, um in den ärmsten und krisengeschüttelten Regionen dieser Welt Hilfe zu leisten.

In seiner Laudatio beschrieb Innenministers Stefan Toscani den Werdegang von Herbert Hecht im Laufe seiner 47-jährigen Dienstzeit beim THW.

Am 31.Januar 1963 trat Herbert Hecht als Helfer in den Ortsverband Völklingen ein. Dort absolvierte er Lehrgänge zum Atemschutzausbilder und Zugtruppführer. Seit 1973 ist Herbert Hecht als stellvertretender Ortsbeauftragter tätig. Aufgrund seines Berufes als Hochbau-Ingenieur war und ist er Ansprechpartner für viele Baumassnahmen. Doch nicht nur im Inland hat er viele Brücken geschlagen, sondern war auch immer bereit, in den Krisen- und Katastrophenregionen der Welt mit dem THW schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten

1969 / 70: Tunesien
Wiederherstellung von 6 Brücken nach einer Flutkatastrophe, verursacht durch lang anhaltende schwere Regenfälle. Es handelte sich um die sogenannten Bailey-Brücken mit Längen bis 40 m und einer Tragkraft von bis zu 50 t.

1971: Indien
Aufgabe der Helfer war es, in einem grenznahen Flüchtlingslager eine 10 km lange Frischwasserleitung herzustellen sowie für die Beseitigung der Fäkalien zu sorgen. Dieser Einsatz dauerte insgesamt 4 Monate.

1975: Mauretanien
Im Rahmen der deutschen humanitären Hilfe für die Islamische Republik Mauretanien bekam der THW-LV Saarland vom Bundesminister des Innern in Verbindung mit dem Bundesamt für Zivilschutz den Auftrag, am Rande der Hauptstadt Nouakschott eine Kfz-Halle zu errichten. Diese Halle wurde von Herbert Hecht in Deutschland geplant und von Helfern des Ortsverbandes vor Ort aufgebaut.

1977: Zaire
Das Außenministerium der BRD stellte Lebensmittel bzw. Gelder zum Kauf von Lebensmitteln zur Verfügung. Zunächst wurden Nahrungsmittel wie Trockenfisch, Hülsenfrüchte, Corned Beef und Milchpulver aus Deutschland eingeflogen. THW-Helfer koordinierten und begleiteten die Flüge und verteilten bzw. lagerten die Lebensmittel. Haupteinsatzort war die Stadt Lubumbachi in der Provinz Shaba im Südosten der Republik.

1983: Tunesien
Im Auftrag des "Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge" in Bordj-Cedria (Tunesien), etwa 30 km von der Hauptstadt Tunis entfernt sollten mehrere über das Land verteilte deutsche Soldatenfriedhöfe auf dem neu angelegten Friedhof in Bordj-Cedria zentral zusammengelegt werden. Der Auftrag für das THW lautete, das Friedhofsgelände mit einem etwa 1350m langen Zaun abzusichern. Unter dem Leitwort "Versöhnung über den Gräbern - Arbeiten für den Frieden" haben insgesamt 30 saarländische Helfer in ihrem Urlaub diese Arbeiten ausgeführt.

1985: Sudan
In der Zeit vom Juli bis November 1985 war das THW mit der Herstellung einer Wasserversorgung für äthiopische Flüchtlinge im Flüchtlingslager zwischen Wad-Madani und Kassala, etwa 300 km östlich der Hauptstadt Khartum, beauftragt. Als Übergangslösung wurden die Flüchtlinge mit Wasser aus Tankfahrzeugen versorgt. Aufgabe der THW-Helfer war es, aus einem etwa 2 km entfernten See Trinkwasser in das Lager zu befördern.

2005: Malawi
Im Auftrag des Missionsfreundeskreis Herz-Jesu Köllerbach errichteten zwei Helfer des Ortsverbandes einen Spielplatz in der Hilfsstation in Ganya. Die Spielgeräte waren durch Spenden finanziert und waren auf dem See- und Landweg nach Malawi transportiert worden. 2 Jahre später überwachte Herbert Hecht den Bau und die Inbetriebnahme einer Müllverbrennungsanlage für das örtliche Krankenhaus in Namite.

Engagement für die Jugend
Daneben widmete er sich auch mit Eifer der Jugendarbeit, insbesondere wenn es um die Vorbereitungen für die Wettkämpfe auf Landes- bzw. Bundesebene ging. 6 Landes- und 4 Bundessiege zeigen eindrucksvoll, mit welcher Leidenschaft Herbert Hecht sich dieser Aufgabe widmete. 2002 erlitt Herbert Hecht während der Vorbereitungen zum Landeswettkampf am Bostalsee einen Herzinfarkt. Doch auch dies konnte ihn nicht davon abbringen, nach 3 Wochen Krankenhausaufenthalt seine Jungs und Mädels vom Rande der Wettkampfbahn aus zu unterstützen.

Dank an die Familie
Doch all dies wäre nicht möglich gewesen, hätten seine Frau und sein Sohn nicht das nötige Verständnis aufgebracht, mehrfach und für längere Einsätze auf Ehemann und Vater zu verzichten. So bedeutet diese Auszeichnung auch Dank und Anerkennung für die Familie.

Den Glückwünschen zu dieser Auszeichnung schlossen sich auch der Bürgermeister von Püttlingen und der Landesbeauftragte des THW an. Herbert Hecht bedankte sich anschließend für die ihm zuteil gewordene Ehrung und betonte abermals, das das ohne die Unterstützung seiner Familie nicht möglich gewesen wäre. Doch ans Aufhören denke er noch lange nicht.

Ein kleiner Umtrunk im Foyer des Rathaussaales rundete die Feierstunde ab.

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